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KIndeswohl oder

Wohl der Sozialkonzerne?

 

Achtung: neue Rezension!


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Zitate zum Reinschnuppern.....

‚Mama, eins sag ich dir: Ich werde sehen, dass ich Geld habe in meinem Leben. Das zuerst. Um alles andere kümmere ich mich später.‘

 

"Wenn Eltern ihre Mitwirkungspflicht nicht deutlich unter Beweis stellen: zack, ist ihre Chance vorbei. Wenn Jugendliche es versäumen, rechtzeitig ihren Antrag auf weitere Jugendhilfe-Unterstützung nach dem 18. Lebensjahr zu stellen: zack, geht gar nichts mehr. Was im Gesetz dazu steht, das kümmert niemanden.“

 

„Komm, Hannes“, sagte er und schlug dem anderen gönnerhaft auf die Schulter, „wir zwei können doch die Welt nicht ändern! Mach dich nicht fertig! Man kann nur seine eigene Arbeit gut machen, mehr nicht.“

 

"Da hast du keine Ahnung, was sich derzeit tut, mein Lieber. Wir müssen jetzt genauso rechnen wie jeder Betrieb, versteht du? Wir müssen kalkulieren, und zwar so knapp wie möglich. Was wir machen, muss sich rechnen, muss sichtbare Wirkungen zeigen, muss effizient sein"

 

"Hannes stand auf und verließ das Büro. Er brauchte frische Luft. Selbst die neblige Novemberluft tat ihm gut."

 

‚Steckt denen nicht auch noch Geschenke in den Rachen, die kosten die Gesellschaft schon so genug‘. Und auch dazu grinste der Jugendamtsleiter Raditz, wenn auch etwas peinlich berührt.“

 

"Aber ich möchte nicht feilschen und knausern müssen, bei wem mein Einsatz lohnt.“
„Tja, Hannes, da sind wir schon zu zweit.“

 

Zehn Prozent, das wäre schon eine Menge, wenn man bedenkt, dass im sozialen Bereich ungefähr so viele Menschen arbeiten wie in der deutschen Autoindustrie. Aber für die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten im Sozialbereich interessiert sich einfach niemand. Warum eigentlich?“
„Ist doch klar: Wir produzieren keine Autos, Miriam. Wir setzen uns ein für den Teil der Bevölkerung, den die meisten gar nicht zur Kenntnis nehmen wollen.“
„Deshalb werden wir gleich mit abgestraft?“
„Ich glaube, so ist es.“

 

"Dass das Kind heute so entwicklungsverzögert zu sein scheint, das liegt mit Sicherheit nicht an dem, was damals gemacht wurde, sondern daran, dass es aufgrund Ihrer Veranlassung damals nicht weitergemacht wurde.“

 

"Aber das Schicksal hatte Christine Hartig einen Drachen in der Person von Frau Herrmann zur Seite gestellt. Und niemand konnte ihn verscheuchen."

 

"Eine schöne Frau, ohne Frage, aber dennoch kein Grund für Elke, eifersüchtig zu werden. Da war etwas ganz Anderes passiert: Irene war in sein Leben getreten wie die lebendige Hoffnung. Worauf eigentlich?"

 

Er musste husten, als ihm in dem Moment klar wurde, dass er schon wieder dabei war, in ihrer Welt mit ihren Bällen zu spielen.

 

Hannes, was machen wir hier eigentlich? Warum ist es so unmöglich, Menschen tatsächlich zu unterstützen? Warum geht es nicht darum, Menschen zu helfen, sondern immer nur darum, dass die endlich spuren und funktionieren? Und nicht so viel Geld kosten. Und erst, wenn alles zu spät ist, dann werden sie auf einmal interessant…“
„Miriam, was soll ich sagen? Wir haben offenbar einen Scheiß-Job erwischt“ seufzte Hannes. „Wer heute Jugendhilfe machen will, der muss sich warm anziehen.“

 

 

ckmeldungen, Kommentare und Kritik

Dies sind Zitate aus Mails und Gesprächen mit meinen Leser*innen:

 

15.01. 2017

Sozialarbeiterin, Bern

"Wow, das sind ja tolle News, und der Roman klingt sehr lesenswert! Ist ja so eine Art Sachbuch-Protestbuch-Unterhaltungsbuch?!

Ich werde mir das auf jeden Fall bestellen, und deine Mail in die Runde geben!"

 

 28.02.2017

Dipl. Pädagoge, Göttingen

"Ich habe das Buch in Nullkommanix durchgelesen. Es hat mir sehr, sehr gut gefallen. Wobei m.E. ein Entwicklungsprozess zu erkennen ist. Ich finde, dass das erste Drittel noch etwas steif daherkommt. Dann schreibst Du Dich regelrecht frei und die Handlung erhält einen exzellenten Spannungsbogen. Ich konnte das Buch nachher gar nicht mehr aus der Hand legen. 

Das Buch ist sehr gelungen und ich bin mir sicher, dass es den Nerv der Fachkräfte treffen wird, in die eine, wie die andere Richtung. Ja klar, es ist unmißverständlich in der Darstellung der gegebenen Abgründe und der hinter der dünnen Fassade vorgetäuschter Menschlichkeit  liegende totalitäre Anspruch neoliberaler Führung in der Jugendhilfe wird unmißverständlich sichtbar. Das wird anecken bei denen, die dieses System protegieren bzw. vertreten und entlasten bei denen, die es von der Seite der Ohnmacht her kennen und erleiden."

 

06.03.2017

Schriftstellerin, Berlin

"Ich bin dabei, Dein Buch zu lesen, das ich als lebendig empfinde. Die 
innere Beteiligung der Autorin ist zu spüren, das gefällt mir. Es gibt 
einen Einblick in die Arbeit der Sozialarbeiter und Familienhelferinnen. 
Bin gespannt, wie sich das Schicksal der alleinerziehenden, labilen 
Mutter und ihres Kindes entfaltet."

 

 08.03. 2017

Studentin, Esslingen

"Heute Abend bringe ich Auszüge Ihres Buches in unseren AKS zum Thema "Qualität der Sozialen Arbeit" an der Hochschule Esslingen ein."

  

08.03. 2017

Schriftstellerin, Berlin

"... ich habe deinen Roman nun mehr oder weniger "durch". Vorausschicken möchte ich, dass ich mit der Gattung "Roman" im sonstigen Leben nicht viel anfangen kann. So hatte ich nach dem ersten Drittel auch den Gedanken, es könnte sich um ein mit Dialogen und Handlung angereichertes Sachbuch handeln. Die Handlung ist überschaubar, durch den Klappentext auch vorhersehbar. ...  stellt der Roman mit Sicherheit eine Erweiterung des  angepeilten Rezipientenspektrums dar. Und das ist gut so! Eine "Christine" würde vielleicht dies Buch lesen können, würde sie denn irgendwann in die Lage zu einem "normalen" Leben versetzt werden. Ach ja, was ist schon "normal". Manchmal kommt mir die eine oder die andere Milieuschilderung auch ein bisschen klischeehaft vor. Ich kenne ja vergleichbare Lebensläufe bzw. familiäre Dramen aus diversen, unmittelbaren  Nachbarschaften in Hochhäusern  und auch ...  ich sind nach seiner schweren Erkrankung anno 2011 irgendwann mal in diesen unbarmherzigen Hartz-IV-Mühlen gelandet. Das ebenfalls zu erleben möchte ich  wirklich niemandem wünschen! Ein bisschen allergisch habe ich schon auf den einmal verwendeten Begriff "Hartzer" reagiert.  Eine derartige Wortwahl geht u.a. davon aus, dass nur die ungebildeten, kaum sozialisierbaren Menschen zu diesem "Lumpenproletariat" zu rechnen seien. Ähnliche Zuordnungen sind ja auch immer noch in politischen Diskussionen, in Redebeiträgen zu hören.
Zu viel schwarz und weiß, meinem ersten Eindruck nach,  etwas zu wenig grau. Aber das ist mein rein subjektiver Eindruck.
Insgesamt ein gut durcharbeitetes Buch, das hoffentlich seine Zielgruppe findet. Ein paar wirklich doofe Satzfehler, die sich durch den Text ziehen.  Als ehemalige Lektorin fällt mir das vielleicht mehr auf als anderen Lesern."

 

10.03.2017

Dipl. Psychologin, Dipl. Sozialarbeiterin, Berlin

"...  habe es heute Morgen begonnen und fast in einem Zuge ausgelesen, hat mir ausgesprochen gut gefallen, liest sich spannend und es war nicht eine einzige Länge drin! Toll !"

 

 11.03.2017

Familienhelfer, Berlin

"Der Roman war für mich wie eine Blaupause meiner alltäglichen Berufserfahrungen.

Ich habe hier ( http://www.eu-homecare.com/de/ ) ein Praxisbeispiel für die "SocialCare&Help GmbH" entdeckt. 
Sowas ist mir bisher tatsächlich noch nicht begegnet."
 

11.03.2017

Sozialarbeiter, Leiter einer ambulanten Einrichtung, Hamburg

"Ich habe heute an meinem ersten richtig freien Samstag mich an das Weiterlesen Deines Romans gemacht.
Ich kann ihn nicht mehr aus der Hand legen.

Die Charaktere und die Geschichte finde ich so fesselnd und bin mir sicher, dass der Roman auch für nicht Fachleute total spannend sein kann. 
Ich bin sicher, dass ich Ihn Mitte nächster Woche spätestens fertig gelesen habe, so fasziniert bin ich."

 

02.03.2017

Herausgeber einer Fachzeitung für Soziale Arbeit, Berlin

 "... keine Sorge, ich habe mich bereits in  "Zum Wohle!" eingelesen und Gefallen daran gefunden. 

Vorneweg: Die idee ist schlagend, eine fachlich fundierte Geschichte in Romanform zu beschreiben, anstatt sie in einem Sachbuch abzuhandeln. Die "Schreibe" ist gut zu lesen und fließt, dadurch sind die kühlen Fakten besser zu verarbeiten. Der große Vorteil gegenüber den mannigfaltigen fürchterlichen "Dokudramen" im TV ist die Nüchternheit und Linearität zugunsten reißerischer Pointen. Die Möglichkeit, sich beim Lesen in die Charaktere hineinzuversetzen und die Personen vor Augen zu haben, birgt aber auch ein Risiko: Es sind eben immer konkrete Personen und wir wissen alle, dass individuelle Unterschiede bei der Abstraktion vom Einzelfall auf die allgemeine Problemstellung zwangsläufig geglättet werden. Sie umgehen das Problem, indem Sie die Figuren bisweilen überladen, d.h. zu viele Phänomene in einem Fall unterbringen. Dadurch werden die Beschreibungen bisweilen zu breit und die Figuren verlieren an Kontur. Durch die Länge wird der Erzählfluss verlangsamt und es braucht schon einen Marcel Proust oder Karl Ove Knausgaard, um bei geringem Tempo eine hohe Spannung aufrechtzuerhalten. Was würde wohl gechehen, wenn die Striche gröber ausfallen und damit auch der "Drive" etwas stärker würde? Wäre eine Straffung möglich, ohne an Glaubwürdigkeit zu verlieren? Mich würde auch interessieren, wie das Buch bei Leserinnen und Lesern ankommt, die nicht vom Fach sind."

 

 22.03.2017

Hochschullehrerin, Innsbruck

"Nun habe ich dein Buch gelesen und möchte dir dazu sehr herzlich gratulieren. Glaub’ mir, ich hatte sehr viele deja vu Erlebnisse. Man merkt einfach, dass du sehr viel von der Praxis weißt, ich finde die Figuren sehr gut gezeichnet.  Und es war noch dazu spannend!

Hat mich an unsere Geschichte erinnert. Ich hätte noch gerne gewusst, wie es Hannes weiter ausgeht. Ich habe so eine Position ja nicht mehr ertragen und beendet.

Mich würde noch interessieren, wie es bei “Laien” ankommt, das wäre ja deine Zielgruppe gewesen. Ich werde es also weitergeben."

 

 25.03.2017

Dipl. Sozialarbeiterin im Ruhestand, Wiesbaden

"Ich hatte „Zum Wohle“ mitgenommen und ziemlich flott ausgelesen. Es las sich gut und ist m.E. eine gutgeschriebene Geschichte. Jedenfalls habe ich mir das sofort so auf den freien Seiten am Ende des Buches notiert. Weiterhin habe ich notiert: Ist das eigentlich ein wahrer Fall? Gab es eine Anna? Gab es einen Hannes, der die Karriereleiter aufstieg? Daß wahre Namen nicht genannt werden, ist mir klar – wie auch?! Die Jugendamtsfrau sieht natürlich nicht gut aus. Die freien Träger, die Aufträge an Land ziehen – egal ob die Stunden reichen – allerdings auch nicht! Der Abteilungsleiter Hannes macht einen Spagat zwischen Kindeswohl und Wohl der eigenen Familie. Es ist ein Spagat zwischen Gewissen und Jobsicherheit. Nur die Familienhelfer stehen gut da. Alle Probleme, die ich auch kennengelernt habe, sind aufgetaucht und benannt. Eine individuelle Lösung gibt es nicht.

Mir hat das Buch gefallen - das tote Kind natürlich nicht; aber es steht ja für eine bestimmte Problematik. Insofern mußte es ein drastisches Beispiel sein.

Ich gehe davon aus, daß dern Roman weitverbreiteter Realität entspricht. Sparen am falschen Ende ist in doppelter Hinsicht unverantwortlich – erstens den Klienten gegenüber und zweitens dem Steuerzahler gegenüber. Zumindest die hohen Folgekosten, die nicht gewährte Hilfen bzw. unzureichende Hilfen nach sich ziehen,  müßten eigentlich überzeugen. Ähnliche Probleme sehe ich bezüglich der Flüchtlinge. Wenn man in diesen Bereich nicht investiert, kann eine Integration nicht gelingen. Eigentlich sollte man das wissen

Das Buch gibt auch dem mit dem Thema nicht vertrauten Leser einen guten Einblick in die Welt der sozialen Arbeit. Auch für Studenten bietet es Stoff  zum Nachdenken und sich damit Auseinandersetzen."

 

 28.03.2017

Dipl. Psychologin, Psychoanalytikerin

"Vielen Dank für die Zusendung der Bücher

ich habe es tatsächlich auf der Zugfahrt nach Berlin gelesen bzw auf dem Rückweg.

Ich fand die Idee und das Buch grundsätzlich gut. Am Anfang ein bisschen zu pädagogisch, etwas zu deutlich, was gesagt werden sollte, jedenfalls für mich für einen Roman. Später wurde das weniger und dadurch besser und spannender."

 

10.03.2017

Dipl. Sozialarbeiter, Niedersachsen

"Übrigens finde ich die Idee, ihre kritische Haltung gegenüber der nicht nur derzeitigen prekären Entwicklung der Kinder- und Jugendhilfe in einem Roman darzustellen, um auch die müden und mittlerweile demotivierten Sozialarbeiter*innen dazu anzuregen, sich mit den aktuellen Entwicklungen in der Kinder- und Jugendhilfedebatte auseinanderzusetzen, genial!!

Ich werde das zweite Exemplar einem von mir sehr geschätzten Jugendamtsmitarbeiter schenken, welcher sich in gerader dieser von Ihnen beschriebenen Situation befindet in der Hoffnung, dass es ihm dadurch gelingt für sich einen positiven Lösungsweg zufinden. Ich bin gespannt."

 

 

10.04.2017

Schriftstellerin, Berlin

"Sehr viel soziologische Sachkenntnis, sehr viele Dialoge, (für mein Gefühl) wenig Erzählung. Insgesamt sehr aufschlussreich, was die Sozialarbeiter- und Sozialarbeiterinnen-Arbeit anbelangt."

 

5.7.2017

Sozialarbeiterin, Österreich

Ich bin von Ihrem Roman sehr beeindruckt. Obwohl ich immer in anderen als den im Buch beschriebenen  Bereichen der Sozialen Arbeit gearbeitet habe, konnte ich viele meiner Beobachtungen und Erfahrungen aus den letzten Jahren wiederfinden. Die Geschichte ist sehr lesbar und führt gleichzeitig sehr nachvollziehbar in eine tiefer gehende Analyse. 

  Zu meinen Beobachtungen: Wenn ich jetzt kurz nur den Ausschnitt 'Praxis' betrachte: Spürbar wurde die problematische Entwicklung für mich erstmals Mitte der 1990er Jahre als mann (und frau) begann, betriebswirtschaftliche Management-Konzepte einzuführen, und die Begriffe 'strategisch' und 'operativ' erfand: Die einen definieren oder überbringen irgendwelche Vorgaben ('Aufträge'), die anderen haben sie auszuführen, mehrfach zu dokumentieren und zu rechtfertigen.
Ich (und einige andere!) fanden das schon damals für sinnvolle Arbeit unbrauchbar, realitätsfern und gefährlich, und argumentierten dagegen, aber davon ließ sich niemand beirren. Übrigens habe ich damals zum ersten Mal KollegInnen getroffen, die erzählten, dass sie jetzt Stundenkontingente pro 'Fall' zugewiesen bekämen. Ich war damals ziemlich entsetzt darüber.

Jetzt, mehr als 20 Jahre später, finde ich in immer mehr Bereichen diese oder ähnliche Strukturen vor, oder sie werden gerade  in aufwändigen Prozessen eingeführt - Teams und KollegInnen-Gruppen werden von einander getrennt, die einen beauftragen ('strategisch'), die anderen führen durch. Das läuft nicht nur zwischen Geldgeber und Träger-Einrichtung so, sondern manchmal auch innerhalb derselben Abteilung.

Die einen 'managen' den 'Case', die anderen liefern das 'Produkt'. Und all das ständig auf der Suche nach noch nicht völlig erschlossenen "Ressourcen", also mit der Illusion, noch irgend etwas zu finden, das unter Kontrolle gebracht, und dadurch "effizienter" gemacht werden kann. Diese Art Arbeit verschlingt viele der für den Sozialbereich gewidmeten Steuermittel, die damit den Menschen, um die es gehen sollte, entzogen werden. Einige wenige Beteiligte an den oberen Enden der Hierarchien verdienen dabei ziemlich gut.

Vor Kurzem habe ich an einer Qualitäts-Management-Veranstaltung teilgenommen, bei der es darum ging, Arbeitsbereiche ausfindig zu machen, die noch nicht mit Merkblättern, Anweisungen und Prozess-Beschreibungen belegt sind, bereits vorhandenen Handlungs-Anweisungen zu aktualisieren, und auf eine bestimmte Art als 'gelenkte Dokumente' zu kennzeichnen... Ich schließe daraus, dass die Bemühungen intensiviert werden, eine Art Monokultur einzuführen, in der die SozialabeiterInnen, immer weniger Freiräume haben, zu überlegen, wie sie an ein Problem herangehen - statt dessen wird von den KollegInnen wohl erwartet, dass sie nach der jeweils passenden Anweisung suchen. Mit den vielen 'Handlungs-Anweisungen' bauen wir uns buchstäblich unsere eigenen Mauern. 

Selbstverständlich besteht das Grundproblem weder im Qualitäts- noch im Prozess-Management oder einem ähnlichen Instrumentarium, sondern in der Eingliederung des Sozialsystems in eine Produktionslogik, die geeignet ist, die Soziale Arbeit wie ich sie während meiner Ausbildung und wichtigen Phasen meines Arbeitslebens gekannt und geschätzt habe, zu zerstören.

Dem Qualitäts-Management stehen allerdings zahlreiche PraktikerInnen ebenso unkritisch gegenüber, wie den ebenfalls um sich greifenden Mehrfach-Dokumentationen. Zweifel am Nutzen dieser zeitaufwändigen Übung werden mit Hinweisen auf  'gesetzliche Vorgaben',  'Absicherung' oder auf angestrebte Qualitäts-Zertifizierungen beantwortet - was dann niemand mehr hinterfragt.

 Zum Thema 'Absicherung': das Leben der kleinen Anna in Ihrem Buch hat das Qualitäts-Management um keinen Augenblick verlängert, aber wahrscheinlich konnte die Jugendamts-Kollegin ihre völlig korrekte Vorgangsweise anhand ihrer Dokumentationen belegen, anstatt nach Bedürfnissen und Menschenrechten zu fragen, und für ihre Anteile am Geschehen Verantwortung zu übernehmen ... Ich könnte mir vorstellen, dass in ein paar Jahrzehnten HistorikerInnen erforschen werden, wie es zu diesen Entwicklungen kommen konnte.

Bei all dem handelt es sich nicht einfach um Kürzung der Finanzmittel, obwohl das sicher auch eine Rolle spielt. In manchen Bereichen wird sogar weiterhin investiert. Aber beim Einsatz der Mittel wird nicht danach gefragt, was Menschen brauchen, und wie ihre Bedürfnisse erfüllt werden können, sondern danach, wie die Arbeit im Sozialbereich (Soziale Arbeit, Pflege, Unterstützung aller Art) homogenisiert, standardisiert und fließbandartig durchgeführt werden kann. Da dies widersinnig ist, und nicht funktioniert, wird die Kontrolle weiter verstärkt.

Am Ende des Buches deuten Sie an, dass sich Irene dem System entzieht und ihrer Wege geht, und von Kolleginnen einige Öffentlichkeits-Aktionen geplant werden. In diese Richtung gehen auch meine Vorstellungen, wie wir SozialarbeiterInnen uns dazu verhalten können. 

 Ich fände es gut, wenn es uns gelänge, die Soziale Arbeit den oben angesprochenen Produktions-Konstruktionen zu entziehen. Interessant wäre, wie sich die Situation außerhalb des deutschen Sprachraumes entwickelt - wissen Sie vielleicht, ob es dazu Erkenntnisse gibt?“

Ich werde jedenfalls ihren Roman weiterhin den KollegInnen empfehlen (und wahrscheinlich in der nächsten Zeit weitere Exemplare bestellen, um sie einigen Personen bei nächster Gelegenheit zu schenken). Sehen Sie vielleicht eine Möglichkeit, dass das Buch auch als Hörbuch für sehbehinderte KollegInnen aufgelegt werden könnte?

 

 

 

 

 

 

 

 

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